Wie leise Menschen überzeugen!

Petra-Maria Popp Allgemein Leave a Comment

„Hilfe, ich soll vor einer großen Gruppe sprechen!!!“

Ein Teil meiner Klienten bezeichnet sich als introvertiert, hochsensibel und eher scheu, wenn es darum geht, sich vor einer großen Gruppe oder einer Kamera zu präsentieren. Kaum stehst du vor einem Publikum, bist Du verzagt, Deine Stimme zittert, weißt nicht, wohin mit deinen Händen, hast Angst, den Faden zu verlieren und denkst, Du bist nicht genug. Es kommt sogar vor, dass Du Dir Deine Meinung verkneifst, weil Du Dich nicht damit raus traust.

„Viele sind mir zuviel“

Als introvertierter Mensch richtet sich Deine Aufmerksamkeit nach innen. Du bist vielleicht auch noch hochsensibel, dann nimmst Du viel mehr Informationen gleichzeitig wahr und brauchst entsprechend Zeit, sie zu verarbeiten. Hältst Du Dich unter vielen Menschen auf, brauchst du im Anschluss mehr Raum für Dich, um Dich zu erholen. Mit einzelnen Menschen in einem geschützten Rahmen blühst Du auf, bist ein aufmerksamer Zuhörer, dem anderen sehr zugewandt, mitfühlend und verständnisvoll. Gerne erörterst Du das Problem des anderen, bist zuverlässig und gibst reflektierte Antworten. Dein Rat ist meist sehr hilfreich. 

„Oh je, alle Augen schauen auf mich!“

Wenn Du selbst im Mittelpunkt stehst, verunsichert dich das. Warum ist das so? Könnte es sein, dass Du nichts „falsch“ machen willst? Nur der Hauch einer Kritik kann dich umpusten. Dein Harmoniebedürfnis wäre dann gestört und das ist, bei aller Bescheidenheit, sehr groß. Und wenn du dich zeigst, dann liegt es nicht in Deiner Hand, wie andere dich sehen, ob sie dich mögen oder nicht. Das kann verunsichern, stimmt´s?   Überleg mal, wie oft Du Dich selbst zurückhältst, anstatt Dich zu zeigen. Gehörst du zu den Menschen, denen Übertreibungen und sich spontan zu zeigen fern liegt, du aber heimlich davon träumst? Wenn Du Dich hier neu kennenlernen willst, sprich mich gerne an.

„Bloß nicht unangenehm auffallen!“

Als zurückhaltender Mensch hast du in Deiner Geschichte häufig die Erfahrung gemacht, dass es günstig ist, gar nicht aufzufallen, Dich nicht in den Vordergrund zu drängen. Da du darin keine Übung hast, bist Du ein bisschen gehemmt, dich klar und selbstsicher zu äußern. Je mehr Menschen den Raum füllen, desto steifer wirst du und desto weniger Raum willst du einnehmen. Deine Stimme wird immer leiser, keinesfalls raumgreifend, das würde Dich vermutlich erschrecken. Du hältst Deine stimmliche Bandbreite im Zaum.  Ich erinnere mich noch gut daran, als ich in meinem ersten Stimmworkshop ein Kinderlied singen sollte und der Lehrer mich packte, mich schüttelte, mit mir durch den Raum rannte und und plötzlich brach eine Stimme aus mir heraus, die ich bis hierhin noch nicht kannte. Nach dem kurzen Schock, fing ich an, sie zu genießen, ihr zuzuhören wie man einer fremden Stimme zuhört. Nach und nach traute ich mich, mit ihr zu spielen. Es war ein wundervoller Durchbruch, den ich genießen konnte und den ich auch Dir wünsche.

„Das wird doch eh nix!“

Ich kenne viele introvertierte Menschen, die hochkreativ sind. Ihre Gedanken- und Wahrnehmungswelt ist reich. Sie haben, wie man so schön sagt, ein „blühendes Innenleben“. Wollen sie aber nach außen gehen, sind sie oft überkritisch mit sich. Sie stehen sich selbst im Weg und können ihr Potenzial nicht voll entfalten. Ein Hang zum Pessimismus wird bei manchen spürbar. Die Wahrheit ist: Es ist Deine Entscheidung auf der Bremse zu bleiben, oder Gas zu geben. Du bestimmst Dein Tempo!

„Mich nervt die Vorstellungsrunde!“

Viele Menschen rattern ihre persönliche Vorstellung einfach runter, als gäbe es Geld dafür, dass sie nicht wahrgenommen werden. Sie wiederholen manchmal ihren Namen, was auch nix bringt, weil zweimal den Namen runterleiern nicht verständlicher wird. Logischerweise ist ihnen nicht bewusst, dass sich ihr innerer Widerstand genau in ihrem persönlichen Vorstellen widerspiegelt.

„Ich habe immenses Lampenfieber“

Dass Du Lampenfieber hast, wenn du dich in einer öffentlichen Runde bei Seminaren oder Netzwerkveranstaltungen oder ähnlichem vorstellen sollst, ist verständlich:  Du kennst noch niemanden, es ist noch kein Vertrauen aufgebaut. Jetzt sollst Du möglichst laut, Dich und Deine Tätigkeit pointiert und aussagekräftig darstellen. Dir graut schon davor und du kannst die anderen Elevator Pitches (Vorstellung in 60 Sekunden) gar nicht hören, weil du so mit Dir beschäftigt bist.  Wie also kannst du ruhig und aufmerksam bei Dir sein und gleichzeitig die anderen Vorstellungen wahrnehmen und dann Dich ganz selbstverständlich, leicht und klar vorstellen?!

Was ist Dein ganz persönliches Anliegen?

Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten, die ein ganz bestimmtes Anliegen haben. Vielleicht willst Du mehr Selbstsicherheit für Deine Kurzvorstellung (Elevator Pitch),  Deine Präsentation, Deinen Vortrag. Vielleicht willst Du beim Elternabend oder ähnlichen Veranstaltungen Dich trauen, was zu sagen. Komm gerne zu mir, wenn ein wichtiges Gespräch, zum Beispiel mit deinem Chef/Partner/Mitarbeiter ansteht.  Du kannst mit mir auch daran arbeiten, Dein Standing/Deine Autorität/Deine Ausstrahlung zu verbessern! Ich freue mich sehr auf ein Videoprojekt mit Dir, vielleicht für Deine Webseite oder kleine Videoposts. Einige meiner Kunden wollen lernen, sich emotionaler ausdrücken zu können. Manche können nicht weinen und wollen ihre Tränen zum Fließen bringen. Gerne zeige ich Dir auch, wie du Small Talk machen kannst, um danach in ein tieferes Gespräch eintauchen zu können.

Die persönliche Vorstellung als Eintrittskarte!

Die persönliche Vorstellung ist oft die Eintrittskarte für interessante berufliche Kontakte und potenzielle neue Wirkungsfelder. Nicht selten werden Introvertierte in diesem Rahmen in ihrer Expertise verkannt. Inzwischen kommen immer mehr Menschen mit genau diesem Anliegen zu mir ins Coaching. Hier bringen wir die Botschaft gemeinsam auf den Punkt, finden einen ansprechenden Anfang und möglichst eindrucksvollen Abschluss. Du sollst ja bei den anderen in Erinnerung, also haften bleiben. Es ist immer wieder erstaunlich, wie mit ein paar Kniffen – wirklich jede Persönlichkeit sich ansprechend vorstellen kann. Das ist nicht nur den Extrovertierten vorbehalten.

Du musst Dich nicht verstellen!

Im Deutschen heißt es SCHAU-SPIELEN, was oft verwechselt wird mit „sich verstellen“. Das ist leider sehr irreführend. Im Englischen heißt es ACTING, was Handlung bedeutet und das trifft es viel besser. Schauspieler lernen ihren eigenen Handlungsspielraum kennen und so kreativ wie möglich für ihre Rollen zu nutzen. Später erforschen und erarbeiten sie unbekanntere Seiten, die sie in tieferen Regionen ihres Seins aufspüren. Sie trainieren auch, eine äußere Haltung so zu verinnerlichen, bis sie ihnen zu eigen wird. Es geht immer darum, wahrhaftig und glaubwürdig, also authentisch zu wirken. Und mit Schauspielübungen macht es auch meinen Klienten aus dem Businessbereich Spaß. Versprochen!

Nutze Deine ganz persönliche Wahrhaftigkeit!

 Du hast eine Dir vertraute Art zu sprechen, eine bestimmte Art, zu stehen und zu gestikulieren und Du nimmst Dich in Deiner Zurückhaltung als authentisch wahr. Vielleicht meinst Du, es wäre völlig aufgesetzt, plötzlich kräftiger zu sprechen oder gar aufrechter zu stehen! Hast Du schon mal überlegt, dass Du Dir auch diese limitierte Art der Selbstdarstellung eingeübt hast? Zwar unbewusst, aber über Jahre hast du diese Haltung wiederholt und zu Deinem ganz persönlichen Eigentum erklärt. Du hast Dich durch die bisherigen Umstände und Überzeugungen begrenzt. Jetzt merkst du vielleicht, dass Du damit nicht mehr weiterkommst. Deine innere wie äußere Haltung ist nicht mehr stimmig. Hier können Dir die wirksamen Werkzeuge aus der Schauspielkunst weiterhelfen.

Mit dir selbst freundlich sein!

Trotz Deines umfangreichen Wissens, fühlst Du Dich, vor allem erfahrenen Menschen gegenüben, hin und wieder unterlegen. Wenn Du Dich reinsteigerst, startest du sogar ernsthaft einen inneren Protestmarsch gegen Dein Gegenüber. Lächeln kommt Dir jetzt gar nicht in den Sinn. Und mal ehrlich, wer kennt das nicht? Ich jedenfalls kenne es!  Dabei könnte ein freundlicher Umgang mit Dir und dem anderen eine sehr gute Grundlage für weitere Öffnung sein für einen konstruktiven Austausch. Kannst du ahnen, wie Du Dir mit Deiner Haltung so manch interessante Verbindung selbst vermasselt hast? Mit einem Lächeln auf den Lippen ist es schwer, pessimistische Gedanken zu denken, oder vom Ernst der Lage überrumpelt zu werden. Probiere es gerne aus!

Wie Du Dich mit Small Talk anfreunden kannst!

„Wieso soll ich über Nichtigkeiten plaudern?“ fragte mich ein Klient, den sein Chef schickte, weil er so hölzern und stumm auf Veranstaltungen rumsteht. Geht es Dir auch so, dass Du nur an tieferen Gesprächen interessiert bist und nicht Deine kostbare Zeit verplempern willst? Was ist der Sinn von Small Talk? Ich nutze gerne folgenden Vergleich: Es ist das Hallo an der Haustür Deines Gesprächspartners, mit dem Du kurz abcheckst, ob du Dich tiefer auf ein Gespräch einlassen möchtest. Ein kurzer Austausch übers Wetter, das Essen, die Natur etc. verbunden mit einem Lächeln, einem Blick, gibt einen ersten Eindruck, ob ein vertiefendes Gespräch jetzt passend erscheint.  Wenn beide ein „Ja“ empfinden, können beide das Gespräch vertiefen. Wenn das jetzt wie flirten klingt, dann ist das insofern stimmig, weil Smalltalk erstmal ein wohlwollendes Geplänkel an der Haustür ist. Willst Du Small Talk üben, dann überlege Dir ein paar aktuelle Themen zum Wetter, Sport, … und trainiere in aktuellen Alltagssituationen, z. B. beim Warten an der Supermarktkasse. Übe Dich in Blickkontakt und riskiere ein kleines Lächeln. Na, wie war´s?

Blockierende Glaubenssätze sind auflösbar!

Nicht selten sind wir geplagt von tiefsitzenden Überzeugungen wie „Ich bin nicht genug“, „Ich schaffe das nicht“, „Meine Stimme ist nicht geeignet“, „Ich habe einfach keine Ausstrahlung“, „Ich verliere meinen roten Faden vor Publikum“. Die meisten Menschen, unabhängig von ihrer Persönlichkeit kennen ähnliche Verhinderungseinstellungen. Mit verschiedenen Techniken können diese Einstellungen revidiert werden. Du kannst Dich auf bessere Wahrheiten über Dich umstellen. Unsere Einstellungen können wir uns als gut gegossene Pflanzen vorstellen und wenn wir uns umstellen, entspricht die neue Einstellung zunächst einem Zögling. Je öfter wir nun diese neue Entscheidung gießen, also Aufmerksamkeit schenken, umso schneller gedeiht sie. Gleichzeitig entziehen wir der blockierenden Einstellung die Aufmerksamkeit und damit die Nahrung und nach und nach geht sie ein, bis sie verschwunden ist.

Eine gründliche Vorbereitung ist die halbe Miete!

Als introvertierter Mensch bereitest Du Dich vermutlich gerne gut vor!  Nicht selten entscheidest du Dich für die Rundum-Sorglos-Coaching-Pakete, um wirklich sicher und auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Durch das intensive Training verinnerlichst Du die gewünschten Einstellungen und Informationen und machst sie Dir zu eigen. Du willst wirklich authentisch sein und Deinem Publikum guten Content bieten. Da Du ein Freund von Struktur bist, sind Deine Präsentationen inhaltlich voll mit nützlichem Inhalt. Jetzt heißt es nur noch: Aufgepasst, dass Dein Perfektionismus Dir nicht in die Quere kommt! Aber auch dafür gibt’s Tipps!

Wie lernt man „aus sich rauszugehen“?

Mit „aus sich herausgehen“ ist nicht gemeint, Du sollst Dich verlassen. Gemeint ist, dass Du uns teilhaben lässt, an allem, was in Dir steckt.  Die Schauspieler Keanu Reeves und Gerd Voss gelten als introvertierte Menschen. Nicht selten entpuppen sich Schauspieler als schüchtern. Auf der Bühne, vor der Kamera ist es ihnen durch ihr Training und ihre Begeisterung für den Beruf möglich, auch extrovertierte Persönlichkeitsanteile sichtbar zu machen. Oft verfügen sie über eine große Tiefe in ihrer Darstellung. Und so könntest auch Du Deinen Spaß vor großem Publikum finden. Je geschickter Du Deine Bandbreite nutzt, desto mehr Nuancen werden wahrnehmbar. Denk mal an ein leises Lied und wie viele unterschiedliche Nuancen hörbar sind. Das kann sehr berührend sein und gar nicht langweilig.

Den Mut haben, alle Fünfe gerade sein zu lassen!

Vor einer Gruppe brauchen Introvertierte den Mut, alle Fünfe gerade sein zu lassen. Es ist sehr anstrengend zu präsentieren und sich dabei kontrollieren zu wollen. Hier gilt es, das eigene Vertrauen zu stärken. Es kann sein, dass Du weniger risikofreudig bist und Dich nicht gerne dem jetzigen Augenblick stellst, wenn Du gerade vor Publikum stehst. Du kannst lernen Dir zu vertrauen. Denk dran: Deine Inhalte haben Hand und Fuß und bringen immer einen großen Mehrwert.

Nutze Deinen persönlichen Humor!

Oh, ja, einige meiner introvertierten Freunde verfügen über einen sehr amüsanten, sogar trockenen bis schwarzen Humor. Scheue Dich nicht, die witzigen Seiten Deines Themas aufzuspüren. Damit würzt Du Deine Botschaft und Lachen ist ein sehr geeignetes Mittel, um Dein Publikum zu fesseln und Verbindung zu schaffen. Auch kannst Du mit Humor die eigene Unzulänglichkeit viel leichter akzeptieren und Akzeptanz ist ein wichtiger Schritt, bevor wir etwas ändern können. Dabei darfst Du Dich ruhig mal „zum Horst“ machen. Nimm Dich nicht allzu ernst, mach´s Dir leicht, mit Deinen Möglichkeiten zu spielen. Du musst nicht immer gut dastehen? Und was heißt das überhaupt? Beim wem willst Du gut dastehen? Wer urteilt hier und wozu? Untersuche Dich.

Alles ist möglich! Deine Strahlkraft verändert die Welt.

Im Grunde sind wir viel freier, als wir glauben wollen. Aus meiner Erfahrung ist viel mehr möglich als wir uns vorstellen können und das lockere Präsentieren vor Publikum oder vor der Kamera ist eine gute Möglichkeit, diese innere Freiheit zu üben. Schlimmstenfalls mag uns jemand nicht. Na und?! Wenn wir uns „freigespielt haben“, dann trauen wir uns, mehr wir selbst zu sein. Dann sind wir bereit, sichtbar zu sein, uns selbst auszuleben, in Kontakt zu gehen. Dadurch entstehen so viel mehr Möglichkeiten, als wenn wir in unserem Schneckenhaus bleiben. Und im Coaching mit mir heißt es mit Sicherheit: Trau Dich aus Deinem Schneckenhaus und mach Dich mit all Deinen Farben sichtbar!

Deine Strahlkraft verändert die Welt.


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